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Schwerpunkte bei Pflegewissenschaft

Themenschwerpunkte

Die Zeitschrift Pflegewissenschaft steht für den Dialog zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und pflegerischer Praxis. Ein Blick auf die Publikationen zeigt die thematische Breite des Journals: Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen der professionellen Pflege, der Pflegebildung, der Versorgungsgestaltung, der Digitalisierung, der Ethik, der Gesundheitsförderung und der Weiterentwicklung pflegerischer Rollen.

DigitalisierungTechnik, Usability und Pflegeprozesse.
ProfessionRollen, Arbeitswelt und Entwicklung.
VersorgungPraxis, Angehörige und vulnerable Gruppen.
EvidenzReviews, Studien und Evaluationen.
Titelbild der Zeitschrift Pflegewissenschaft

Forschung sichtbar machen.
Praxis weiterentwickeln

Pflegewissenschaft bildet nicht nur Forschungsergebnisse ab, sondern macht sichtbar, wie sich Pflege als Profession, Wissenschaft und gesellschaftlich relevante Praxis weiterentwickelt. Charakteristisch ist die Verbindung von wissenschaftlicher Methodik und praktischer Relevanz.

Die Beiträge fragen danach, wie Pflege lernen, reflektieren, forschen und evidenzbasiert handeln kann. Zugleich nehmen sie Organisationen, Bildung, Technik, Beratung, Versorgung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den Blick.

01

Digitalisierung und Technisierung

Zahlreiche Beiträge beschäftigen sich mit digitalen Dokumentationssystemen, technischen Assistenzsystemen, sozialer Robotik, digitalen Aktivitätstischen, digitalen Rollatoren, Videospielen in der Langzeitpflege oder der Usability pflegetechnischer Anwendungen. Dabei geht es nicht allein um Technikbegeisterung, sondern um die Frage, wie digitale Lösungen sinnvoll, sicher und entlastend in Pflegeprozesse integriert werden können. Wiederkehrende Themen sind Benutzerfreundlichkeit, Partizipation der Pflegefachpersonen, technische Infrastruktur, Akzeptanz, Generationenkonflikte, Mitarbeiterbindung und der tatsächliche Nutzen für Patient:innen, Bewohner:innen und Pflegende.

02

Arbeitswelt Pflege

Die Beiträge befassen sich mit Arbeitgeberattraktivität, Berufsstolz, Arbeitsflexibilisierung, 12-Stunden-Schichtdiensten, Work-Life-Balance, moralischer Belastung, subjektiver Arbeitsbelastung, Zufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld und Belastungen durch Gewalt oder Aggression. Damit greift Pflegewissenschaft zentrale Zukunftsfragen der Profession auf: Wie können Pflegefachpersonen im Beruf gehalten werden? Welche Arbeitsbedingungen fördern Gesundheit, Motivation und berufliche Identifikation?

03

Pflegebildung und Kompetenzentwicklung

Stark vertreten ist das Themenfeld Pflegebildung, Akademisierung und Kompetenzentwicklung. Die Zeitschrift publiziert Arbeiten zur generalistischen Pflegeausbildung, zur Gesundheitskompetenz von Auszubildenden, zur Anleitung von Pflegestudierenden in Praxisphasen, zu Prüfungs- und Anleitungssituationen aus Sicht von zu Pflegenden sowie zur Bewertung pflegewissenschaftlicher Studien.

04

Advanced Nursing Practice und neue Rollen

Beiträge zur Entwicklung von APN-Rollen, zur ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen in ländlichen Regionen, zur schlaganfallspezifischen Versorgung, zur Community Nurse in Österreich oder zur Pflegeentwicklung aus der Binnenperspektive akademisch qualifizierter Pflegeexpert:innen zeigen, wie sich Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Selbstverständnis der Pflege verändern.

05

Häusliche Pflege und Langzeitpflege

Publikationen greifen häusliche Pflegearrangements als Ungleichheitsphänomen auf, untersuchen pflegende Angehörige, ehemalige pflegende Eltern von erwachsenen Kindern mit komplexer Behinderung, Beratungsangebote für Angehörige neurologisch erkrankter Patient:innen, Bewohner:innenzufriedenheit in Seniorenheimen sowie Risiken in der stationären Langzeitpflege.

06

Vulnerable Gruppen

Dazu zählen ältere Menschen, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Patient:innen mit onkologischen Erkrankungen, Kinder und Jugendliche in palliativen Versorgungssituationen, Menschen mit HIV, Männer mit Brustkrebs, Menschen mit komplexer Behinderung, Schwangere, Menschen mit chronischen Schmerzen sowie Patient:innen mit psychischen Erkrankungen.

07

Ethik, Gesellschaft und soziale Dimension

Themen wie Moral Distress, Pflege als Lohnarbeit, Anerkennung, soziale Ungleichheit, Selbstbestimmung in körpernahen Pflegesituationen, Spiritualität in der onkologischen Pflege, Trauerbegleitung, Advance Care Planning und Spannungsverhältnisse während der COVID-19-Pandemie zeigen, dass Pflegewissenschaft ethische Konflikte und gesellschaftliche Rahmenbedingungen systematisch aufgreift.

08

Prävention, Gesundheitsförderung und Public Health

Beiträge befassen sich mit Klimawandel und Hitzebelastung, gesundheitsförderlichen Lebenswelten, Altersdepression, Achtsamkeit zur Burnout-Prävention, Waldtherapie, Gesundheitskompetenz, Beratung, Pflegeberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI sowie der Rolle der Pflege in Prävention und Krankheitsbewältigung.

09

Klinische Pflegepraxis und Evidenz

Dazu gehören Beiträge zu Schmerzmanagement, Dysmenorrhoe, chronischen Rückenschmerzen, Arzneimittelwirkungen, Psychopharmaka-Einsatz, AML-Therapieentscheidungen, pädiatrischer Palliativversorgung, CBASP-Behandlung, onkologischer Versorgung und neurologischen Erkrankungen. Die Bandbreite reicht von systematischen Reviews und Scoping Reviews bis zu qualitativen Studien, Querschnittsbefragungen, Mixed-Methods-Designs und praxisnahen Evaluationen.

Ein Journal für die gesamte Breite der Pflegeforschung

Insgesamt zeigt sich: Pflegewissenschaft bietet einen Raum für Studien, Konzepte, Reviews, Evaluationen und Diskussionen, die Pflege als eigenständige Profession stärken und ihre Bedeutung für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sichtbar machen.