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Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Rezension)

Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Reinhardt, Klaus (Hrsg.))Verlag Hans Huber, Bern, 2003, 268 S., 13. Abb., 11. Tab., 26,95 € - ISBN 3-456-83683-XRezension von: Paul-Werner Schreiner
25. Mai 2013 durch
Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Rezension)
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Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Rezension)

Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Reinhardt, Klaus (Hrsg.))Verlag Hans Huber, Bern, 2003, 268 S., 13. Abb., 11. Tab., 26,95 € - ISBN 3-456-83683-XRezension von: Paul-Werner Schreiner


Nun gab und gibt es Einführungen in wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben für manche Fachbereiche oder auch sehr allgemein schon lange. Warum also nicht auch eine speziell für Pflegende? Die auf der vierten Umschlagseite zu findende Charakterisierung "Eine Schreibanleitung für Pflegende und andere Gesundheitsberufe" lässt, abgesehen von der unkorrekten Formulierung, allerdings schon einige Fragen aufkommen. Handelt es sich bei den Angehörigen der Pflegeberufe um Menschen, die eine Anleitung zum Schreiben benötigen?

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird allgemein in das Handwerk schreiben eingeführt. Beim Lesen des ersten Kapitels stellte sich mir die Frage, welchen Leser der Autor im Auge hatte - es fiel mir beim Lesen schwer, zu glauben, dass ein Mensch, dem diese Ausführungen weiterhelfen, ein Buch in die Hand nehmen und darin lesen wird. In den Ausführungen zur Schreibtechnik im zweiten Kapitel werden dem Computer und der Frage, wie man aus Word ein brauchbares Instrument macht, immerhin zwei Seiten gewidmet, die allerdings dem mitunter verzweifelten Word-Nutzer kaum helfen werden. An mehreren Stellen wird auf das Kumpelprinzip verwiesen, d. h., man soll jemand fragen, der es weiß - für ein Handbuch irgendwie etwas dürftig. Etwas besser ist das Kapitel über das Überarbeiten von Texten, wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob dieses Handwerkzeug von Redakteuren und Lektoren jemandem, der etwas schreiben soll, wirklich hilft.

Im zweiten Teil geht es um Schreibarbeiten für Institutionen. Der erste Abschnitt ist der Pflegedokumentation gewidmet. Nach Erwägungen über die grundsätzliche Problematik der Pflegedokumentation (für wen, warum, wie) wird das Procedere der Pflegedokumentation nach dem Pflegeprozessmodell dargestellt. Die mittlerweile weithin eingeführte Weise der Pflegedokumentation, d. h. auch die vorhandenen Dokumentationssysteme werden dabei nicht einer kritischen Würdigung unterzogen, ebenso wenig wird die in verschiedenen Studien belegte Einsicht bedacht, dass eigentlich jede Pflegedokumentation dann scheitert, wenn sie von Hand geschrieben werden muss - und ein Ausblick auf eine Rechner gestützte Pflegedokumentation fehlt. Der zweite Abschnitt ist dem Schreiben von Zeugnissen, Schülerbewerbungen und Bewerbungen gewidmet. Im dritten Abschnitt schließlich wird das Schreiben an der Hochschule bedacht. Die Ausführungen sind für einen Leser, der nicht vor dem Problem steht, uninteressant und für den, der davor steht, zu kurz und wenig hilfreich. Wer z. B. nicht die Grundprinzipien des Zitierens beherrscht, ist nach den kurzen Ausführungen auch nicht klüger - vor allem hat er nur die in einem Publikationsorgan eingeführte Variante der Literaturangabe kennen gelernt und ist dann bei Nächsten notwendig irritiert.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Schreiben für die Öffentlichkeit: Publikumspresse und PR, Pflege-Fachpresse, Wissenschaftliche Aufsätze und schließlich Bücher. Während die Ausführungen zur Publikumspresse und PR-Arbeit einige hilfreiche Differenzierungen und Einsichten vermitteln, bezieht sich das Kapitel über die Fachpresse auf eine bestimmte Fachzeitschrift. Es wird weder eine Differenzierung dessen vorgenommen, was man unter Fachpresse versteht, noch werden unterschiedliche Konzeptionen vorgestellt. Unter der spannenden Überschrift "Neue Medien" erfährt der neugierige Leser, dass Verlage manches auf CD-ROM anbieten; das Internet wird hier zumindest erwähnt (zur Erinnerung: Das Buch ist 2003 erschienen). Abschließend wird ausgeführt, wie ein Buch entsteht. Hier ist es sicher nicht schädlich, wenn der Leser keine konkreten Hilfsmittel an die Hand bekommt, sondern einfach einmal erfährt, was alles geschehen ist, bis er ein Buch kaufen kann. Insgesamt würde man von einem Handbuch mehr erwarten. Wer es erwirbt und aufschlägt, um eine konkrete Information oder Hilfestellung zu erhalten, wird weithin enttäuscht.

Schreiben Ein Handbuch für Pflegende (Rezension)
25. Mai 2013
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