
Joerden, Jan C.
MenschenlebenEthische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts (Rezension)
MenschenlebenEthische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts (Joerden, Jan C.)Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2003, 205 S., 19,00 €, ISBN 978-3-515-08340-9 Rezension von: Paul-Werner Schreiner
Das vorliegende Buch erscheint als Band 1 einer Reihe „Grundlagen der Rechtsphilosophie“. Der Autor ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, insbesondere Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, Rechtsphilosophie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. In dem Band sind Arbeiten zusammengestellt, die zum Teil auch an anderer Stelle publiziert wurden.
In 15 Kapiteln werden folgende Fragen aufgegriffen und beleuchtet:
- Welche Rechte können durch das reproduktive Klonen beeinträchtigt werden?
- Darf man ein Kind klonen, um ein anderes Kind zu retten?
- Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Begriff der Person und den Grenzendes Lebensschutzrechtes?
- Darf Abtreibung in einem säkularen Staat bestraft werden? (kritische Auseinandersetzung mit der Lehre Hoersters)
- Was folgt aus der Stammzellenforschung für den Beginn des Lebensschutzes?
- Welche Gefahren der Diskriminierung erwachsen aus der modernen Genforschung?
- Muss man Diskriminierungsgefahren kompensieren, soweit diese aus dem gentechnischen Informationsgewinn resultieren?
- Gibt es ethisch akzeptable Kriterien für Keimbahninterventionen?
- Dürfen schwerstgeschädigte Neugeborene (aktiv) getötet werden?
- Dürfen „siamesische Zwillinge getrennt werden?
- Unter welchen Voraussetzungen darf man an Menschen Experimente vornehmen?
- Darf der Staat die Verschreibung sog. harter Drogen an Abhängige zulassen?
- Kann es im Bereich der medizinischen Ethik Gruppenrechte geben?
- Welche Rolle spielen Tabus bei Sterbehilfe, Organtransplantation und Klonen?
- Ist das Hirntodkonzept ethisch akzeptabel?