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GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe (Rezension)

GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe ( Lauterbach, Karl W. et al.)Huber Verlag, Bern, 2006, 349 Seiten, 34,95 Euro, ISBN-13: 978-3456843339 Rezension von: Prof. Dr. Hermann Brandenburg
25. Mai 2013 durch
GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe (Rezension)
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Lauterbach, Karl W. et al.

GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe (Rezension)

GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe ( Lauterbach, Karl W. et al.)Huber Verlag, Bern, 2006, 349 Seiten, 34,95 Euro, ISBN-13: 978-3456843339 Rezension von: Prof. Dr. Hermann Brandenburg


Kritik bedeutet, dass man Unterscheidungen trifft. Und in diesem Sinne sei eine kritische Anmerkung gestattet. Die Autoren drücken in ihrem Vorwort die Hoffnung aus, dass das Buch dazu beiträgt „Medizin und Ökonomie in Einklang“ zu bringen. Dies kann man vornehm zurückhaltend, aber auch kritisch interpretieren. Zunächst einmal gibt es sicher nicht die Ökonomie oder die Medizin. Die verschiedenen Strömungen und Richtungen innerhalb dieser beiden Disziplinen werden zugunsten der Darstellung des Mainstreams vernachlässigt. Dies ist einerseits verdienstvoll, andererseits – gerade für ein Lehrbuch – nicht ausreichend. Eine ähnliche Einschätzung möchte ich auch im Hinblick auf die Berücksichtigung der Ethik-Debatte vornehmen. Es ist sicher kein Zufall, dass die Autoren in ihrem ersten Kapitel bereits umfassend ethische Fragen ansprechen und grundlegende Herausforderungen konkret benennen, u.a. Kostenanstieg/Kostenbegrenzung oder Gerechtigkeitsüberlegungen. Ob allerdings die Fokussierung utilitaristischer, liberaler und tugendethischer Perspektiven am Ende ausreicht, dies kann durchaus bezweifelt werden. Ich möchte dies an einem Bespiel kurz verdeutlichen: Rationierung in Medizin und Pflege findet real statt; deren Bewältigung ist vor allem ein gesellschaftspolitisches Thema, aber auch eine Frage der Verantwortung von Institutionen und Verbänden, deren strategischer Ausrichtung und dem Einsatz von personellen und zeitlichen Ressourcen. Ich möchte damit nicht den Wert deontologischer Ansätze in Zweifel ziehen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass diese Perspektive gerade in der heutigen Situation in ihrer Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Aber ich bin skeptisch, ob letztlich die Betonung individueller Verantwortung, Pflicht oder Nützlichkeitserwägungen wirklich der offenen und versteckten Rationierung in der Praxis entgegenzuwirken vermag. Vielmehr halte ich es für notwenig, dass eine entsprechende Kultur in den Institutionen (Krankenhäuser, Pflegeheime) vorhanden sein, die von Leitungsstrukturen und Rahmenbedingungen geprägt sind, welche den Satz „der Menschen steht bei uns im Mittelpunkt“ für die Praxis des Alltags ernst nimmt.

Trotz dieser kritischen Ergänzung möchte ich keinen Zweifel daran lassen dieses Lehrbuch für Mediziner, Pflegende und andere Gesundheitsfachberufe zu empfehlen. Unter anderem auch deswegen, weil diese Berufsgruppen – in der Zukunft stärker denn je – mit gesundheitsökonomischen Fragen und Problemstellungen konfrontiert werden. Mit dem Hinweis auf die Ethik verweist das Buch bereits über die Grenzen der Ökonomie hinaus.

GesundheitsökonomieLehrbuch für Mediziner und andere Gesundheitsberufe (Rezension)
25. Mai 2013
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