
In der Diskussion über die Stammzellenforschung fand der Diskurs über das Genomprojekt seine Fortsetzung; und das nächste Projekt ist die Präimplantationsdiagnostik.
Genomprojekt und Moderne Soziologische Analysen des bioethischen Diskurses (Rezension)
Genomprojekt und Moderne Soziologische Analysen des bioethischen Diskurses (Lösch, Andreas)Campus, Frankfurt, 2001, 430 S., 49,00 € - ISBN 3-593-36853-6Rezension von: Paul-Werner Schreiner
Der Autor fragt abschließend, wie eine andere Regulierung der Genomforschung denkbar wäre. Die Bioethik müsse den untauglichen Versuch überwinden, eine Übersetzung der Biologie des Labors in eine Ethik der Gesellschaft vorzunehmen. Aus der Biologie, auch einer vermeintlich neuen, könnten keine Werte entwickelt werden. Es müsse akzeptiert werden, dass es eine klammheimlich vorausgesetzte Natur-/Kulturordnung nicht gibt und die Trennung von Labor und Gesellschaft unhaltbar ist. Die genetische Diagnostik müsse schließlich als das angesehen und diskutiert werden, was sie im Kern ist, nämlich ein Steuerungsinstrument. Und es müsse der begrenzte Nutzen der neuen Technologie herausgestellt werden, der sich vor allem auch nicht überprüfen lasse - "Ein tatsächlicher Nutzen wird sich nicht überprüfen lassen. Denn wer wird wissen, ob das hybride Produkt sich besser in der Umwelt angepasst hat, wenn ein Original im Vergleich nicht existiert." Und schließlich müsse stets bedacht werden, dass das Entwerfen für den Nutzer immer an ein Unterwerfen als Subjekt gekoppelt ist.
Wer den Diskurs über die Gentechnik schon länger verfolgt, wird die Studie mit Gewinn lesen.