
Karen Klotz, Anna-Henrikje Seidlein, Annette Riedel
Ethische Herausforderungen in der Pflege
Springer Verlag, Berlin 2025, 54 Seiten, 14,99 €, ISBN 978-3-662-71018-0
Eine Rezension von Anett Friedrich, M. Ed. Medizinpädagogin & Diversitytrainerin
Zusammenfassung / Inhalt
Das Buch behandelt den professionellen Umgang mit Todes- und Suizidwünschen im Pflegekontext. Es liefert Definitionen und Abgrenzungen (Todeswunsch, Suizidwunsch, assistierter Suizid), beleuchtet Prävalenz, rechtliche Rahmenbedingungen, ethische Spannungsfelder sowie die Rolle von Pflegefachpersonen. Zentrale Themen sind:
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Suizidprävention als professioneller Auftrag
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Ethische Herausforderungen in unterschiedlichen Settings (z. B. Altenpflege, Psychiatrie, Palliativversorgung)
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Moral Distress und Gewissenskonflikte bei Pflegenden
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Möglichkeiten und Grenzen von Gewissensvorbehalten
Ziel des Buches
Die Autorinnen möchten Pflegefachpersonen für die ethische und rechtliche Komplexität sensibilisieren, ihnen Orientierung für den Umgang mit Todes- und Suizidwünschen geben und ihre Rolle in der Suizidprävention stärken. Adressiert werden insbesondere Pflegende, aber auch Lehrende, Forschende und Fachkräfte aus angrenzenden Disziplinen.
Aufbau des Buches
Das Werk ist als „Essential“ konzipiert – kompakt, übersichtlich und praxisnah. Nach einer Einleitung, die die Bedeutung des Themas für die Pflege hervorhebt, folgt eine Auseinandersetzung mit zentralen Begriffen und Konzepten wie Terminologie, Suizidassistenz, der Rolle der Pflege, ethischen Herausforderungen und Moral Distress. Anschließend werden Aspekte der Suizidprävention, der nationale Rahmen, der Beitrag der Pflege sowie die ethischen Implikationen beleuchtet. Ein weiterer Abschnitt widmet sich individuellen Abwägungen, dem Gewissensvorbehalt und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Praxis. Zum Abschluss werden die wichtigsten Kernaussagen zusammengefasst und weiterführende Literatur empfohlen.
Übersichtlichkeit und Praxisbezug
Die Sprache ist klar und verständlich, ohne dabei an wissenschaftlicher Präzision zu verlieren. Tabellen, Abbildungen und Definitionen tragen zu einer übersichtlichen Strukturierung der Inhalte bei. Durch den hohen Praxisbezug erhalten Pflegende konkrete Handlungsorientierungen für Gespräche, Einschätzungen und ethische Reflexionen.
Kritikpunkte
Aufgrund des kompakten Formats als Essential bleibt die Darstellung stellenweise knapp und kann nur Überblickswissen vermitteln, nicht jedoch detaillierte Handlungsanleitungen. Internationale Vergleiche werden zwar einbezogen, sind jedoch nicht immer unmittelbar auf den deutschen Kontext übertragbar. Einige Themen – etwa die psychische Belastung von Pflegenden oder interprofessionelle Konflikte – könnten zudem noch ausführlicher behandelt werden.
Fazit und Mehrwert
Das Buch bietet eine wertvolle Einführung in ein hochsensibles Thema, das für die pflegerische Praxis zunehmend Relevanz gewinnt. Es schärft das Bewusstsein für die ethische Verantwortung und stärkt Pflegende in ihrer Rolle zwischen Empathie, Suizidprävention und eigener Gewissensentscheidung.
Mehrwert: Kompakte Orientierung, praxisnahe Reflexionsimpulse, Stärkung der pflegeethischen Kompetenz. Besonders empfehlenswert für Pflegende in Ausbildung, Praxis und Leitungsfunktionen.