
Das Alter verstehen. Wahrheit, Wirklichkeit und Normalität in der Altenpflege (Rezension)
Das Alter verstehen. Wahrheit, Wirklichkeit und Normalität in der Altenpflege (Wilhelm, Hans-Jürgen:)(Altern – Bildung – Gesellschaft, Bd. 7). Oberhausen (Athena) 1999. ISBN 3-932740-43-2, Broschur. 148 S. 29,80 DM Rezension von:
Das Alter verstehen. Wahrheit, Wirklichkeit und Normalität in der Altenpflege (Wilhelm, Hans-Jürgen:)(Altern – Bildung – Gesellschaft, Bd. 7). Oberhausen (Athena) 1999. ISBN 3-932740-43-2, Broschur. 148 S. 29,80 DM Rezension von: Eigentlich findet man sie nur in den USA: wissenschaftliche Abhandlungen, die gleichermaßen auch Laien und Handelnde faszinieren und verständlich sind. Hans-Jürgen Wilhelm erarbeitet in diesem Buch anschaulich den Zusammenhang von Wahrheit, Wirklichkeit und Normalität, wobei auf den Begriff der Lebenswelt rekurriert wird. Die Diskussion des Altersbegriffs bietet eine hervorragende Übersicht über die herrschende gerontologische Theoriediskussion und wendet die Ergebnisse in sehr einfühlsamer Weise auf die Beschreibung der Realität des Alters an. In ausführlicher Weise werden Wahrheit, Wirklichkeit und Normalität des Alters diskutiert, wobei die Dimensionen der Zeit und das Phänomen Demenz insbesondere Berücksichtigung finden. Unter anderem wird eine soziologische Definition von Verwirrtheit erarbeitet, welche eine Sichtweise dieser Problematik eröffnet, die bisher kaum beachtet wurde. Im Kapitel drei folgt der Kern der Arbeit: Die diskutierten Kategorien werden auf die stationäre Altenpflege übertragen. Innovative Gedanken zur stationären Altenpflege, die facettenreich dargestellt werden, zeigen die fundierte Sachkenntnis desAutors. Mit aufschlußreichen Originalzitaten werden die theoretischen Aussagen mit Einzelfeldern stationärer Altenpflege vernetzt. In den abschließenden Kapiteln wird mit dem Verweis auf den Begriff der „gesprengten Institution” von Mannoni das Begegnungszentrum als eine mögliche Lösung beschrieben. „Begegnung wird möglich, wenn man gelernt hat, die Welt mit den Augen Anderer zu sehen. In diesem Zusammenhang verlieren die Begriffe Wahr und Falsch ihre trennende Bedeutung, sie werden relativ“. Hierbei wird deutlich, daß Hans-Jürgen Wilhelm keine pauschale Lösung für die stationäre Altenpflege bieten will, die den einzeln…