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Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Rezension)

Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Heiner, Stefan und Enzo Gruber (Hrsg.))Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 206 S., 18.90 € - ISBN 3-935964-30-7Rezension von: Paul-Werner Schreiner
25. Mai 2013 durch
Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Rezension)
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Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Rezension)

Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Heiner, Stefan und Enzo Gruber (Hrsg.))Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 206 S., 18.90 € - ISBN 3-935964-30-7Rezension von: Paul-Werner Schreiner


Wenn nun Behindertsein und damit die Frage, wie auch ein Mensch, der von dem "Normalen" abweicht sein eigenes Sein erfährt, von der gesellschaftlichen Bewertung abhängig ist, ist zu fragen, wie diese zu Stande kommt. Gesellschaftliche Wertung hat sicherlich verschiedene Quellen. Da Wertfragen in der Gesellschaft transportiert und kommuniziert werden müssen, um relevant zu werden, wird man den Medien ganz allgemein eine entscheidende Bedeutung beimessen müssen; dies zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem Medien allgemein zugänglich wurden. So haben seit der Erfindung des Buchdrucks Romane und Erzählungen wesentlich zum Prägen und Transportieren von Werten beigetragen. Und seit Bilder laufen gelernt haben, haben zunehmend Filme und schließlich das Fernsehen einen Teil dieser Rolle übernommen, wobei hier natürlich nicht selten auch Geschriebenes im Hintergrund steht.

In 15 Beiträgen von Kritikern, Medienwissenschaftlern und anderen werden eine Vielzahl von Fassetten der Frage untersucht, wie Kranksein, vor allem chronisches Kranksein, und Behindertsein im Film thematisiert wird. Es wird eine Vielzahl von Filmen betrachtet, die im Anhang themenbezogen zusammengestellt sind. Dabei wird deutlich, das der Kranke und/oder Behinderte mitunter vor allem deshalb gebraucht, um einen Kontrast zu etwas ganz Anderen herzustellen. Gleichzeitig wird in nicht wenigen Filmen Information über Krankheiten und/oder Behinderungen transportiert, wobei die Qualität der Information selbstverständlich; nicht selten werden auch Klischees transportiert. Eine große Rolle in den Betrachtungen spielt Susan Sontags Rede von der Krankheit als Metapher.

Das Buch verdeutlicht viele Aspekte unseres gesellschaftlichen Umgehens mit Krankheit und Behinderung. Ein Aspekt verdiente vielleicht noch etwas mehr Beachtung, dass es nämlich sehr wohl sozial akzeptable Krankheiten gibt und solche, die weniger oder nicht akzeptabel sind. Interessant wäre im Weiteren eine gründliche Betrachtung der endlosen Krankenhausserien im Krankenhaus, die inzwischen ein Niveau erreicht haben, an dem gemessen die Schwarzwaldklinik, die schon nur der Volksverdummung diente, als künstlerisch wertvoll bezeichnet werden muss. Vor allem wäre auch einmal interessant, wie im Film und Fernsehen die Akteure in der Gesundheitsversorgung transportiert werden.

Bildstörungen Kranke und Behinderte im Spielfilm (Rezension)
25. Mai 2013
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