
Alzheimer und Ich «Leben mit Dr. Alzheimer im Kopf» (Rezension)
Alzheimer und Ich «Leben mit Dr. Alzheimer im Kopf» (Richard Taylor)Verlag Hans Huber, Bern 2008, 241 S., 22,95 EUR, ISBN 978-3-456-84643-9,Rezension von: Sven Lind
Man spürt den Impuls des Autors, nicht aufgeben zu wollen, der Erkrankung Widerstand entgegensetzen zu wollen. Richard Taylor versteht es, den Leser an seinem Leiden teilnehmen zu lassen. Das sind die positiven Seiten dieser Veröffentlichung. Weniger lesenswert sind dann die sich oft wiederholenden Gedanken des Autors über sein Befinden und die Reaktionen der Umgebung. Die offene und versteckte Larmoyanz, das Klagen. Das sind verständliche Reaktionen und Verarbeitungsmodalitäten. Doch es darf gefragt werden, ob diese persönlichen Regungen nicht eher in ein Tagebuch als in eine Fachpublikation gehören. Seitenlange Reflektionen über die eigene Hilflosigkeit ermüden auch einen geduldigen Leser mit der Zeit. Es stellt sich damit die Frage nach dem Nutzwert des Inhaltes und der Lektüre. Dass es auch anders geht, sachlich, verständlich und für die Leser äußerst interessant, hat bereits die an Alzheimer erkrankte Diana Friel McGowin mit ihrem Buch „Wie in einem Labyrinth – Leben mit der Alzheimer-Krankheit“ (München 1994) bewiesen.