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Resümee der ersten Tagung des Schweizerischen Vereins für Pflegewissenschaft (VFP) am Inselspital Bern

2. Mai 2014 durch
Resümee der ersten Tagung des Schweizerischen Vereins für Pflegewissenschaft (VFP) am Inselspital Bern
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Resümee der ersten Tagung des Schweizerischen Vereins für Pflegewissenschaft (VFP) am Inselspital Bern

Am 1. April 2014 eröffnete die Präsidentin des Schweizerischen Vereins für Pflegewissenschaft Frau Maria Müller Staub (PhD, RN, FEANS) vor rund 150 Teilnehmenden die 1. Fachtagung des VFP „Forschungsaktivitäten Schweiz- Pflege bewegt“. Herr Von Allmen, Pflegedirektor des Universitätsspitals Bern, Inselspital, betonte in seinem Grusswort die Bedeutung der Pflegeforschung.

Frau Prof. Dr. Stemmer, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft, konstatierte, dass die akademische Entwicklung der Pflege politisch voranzubringen und ein systematisches Vorgehen dabei unausweichlich ist und dass Forschungsgelder im Umfang von 50 Millionen Euro zu generieren seien. Die Forschungsagenda in Deutschland sei durch die Swiss Research Agenda for Nursing (SRAN) inspiriert worden.

Frau Prof. Dr. Fritz, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Pflegewissenschaft resümierte, dass es bis dato in Österreich aufgrund fehlender Ressourcen und Zusammenarbeit noch nicht gelungen sei, eine Forschungsagenda zu etablieren. Man habe jedoch feststellen können, dass die in Österreich zu beforschenden Pflegethemen der SRAN ähnlich seien. Sie schlug vor, die SRAN durch den Punkt Forschung im Bereich des Pflegemanagements zu ergänzen. Sie hob hervor, die Fachtagung des VFP zur Umsetzung der SRAN sei ein passender Ort für Diskussionen und den Austausch über Pflegeforschung. Frau Neuhaus, lic. phil., Geschäftsführerin des VFP, stellte das Organisationskomitee vor und gab Tagungsinformationen weiter. Frau Nicole Zigan, MNS, Vorstandsmitglied VFP und Projektleiterin der SRAN, zeichnete die Entwicklung Forschungsagenda im Allgemeinen und das Vorgehen der SRAN II im Spezifischen auf. Hierbei wurden die einzelnen Inhalte der Arbeitsgruppen (AG) des Projekts SRAN II vorgestellt. Die AG 1 unter Leitung von Herrn Dr. Kunz, erstellte Informationen für Hochschulen und führte an diesen Präsentationen durch. Die AG 2 unter Leitung von Herrn Mag. Gantschnig mit der Beratung von Herrn Ullmann, Msc - Vorstandsmitglieder des VFP - führten Interviews mit der Kerngruppe der SRAN, entwickelten eine Website sowie ein Forum (www.sran.ch) sowie einen Film und arbeiten aktuell an zwei Veröffentlichungen zur Forschungsagenda mit.

Frau Dr. Müller Staub stellte eine systematische Literaturbearbeitung vor und erklärte die Notwendigkeit von Forschungsagenden. Dabei erörterte sie deren Hintergründe, Definitionen und Ziele.

Frau Prof. Dr. Carroll aus Boston hielt eine Keynote über das Betätigungsfeld der Pflege, aktuelle Herausforderungen sowie neue Chancen für die Pflegeforschung. Dabei betonte sie die Wichtigkeit der Pflege eine fachliche und politische Stimme zu geben. Sie empfahl hierzu die Pflegeklassifikationen NNN zu nutzen.

Frau Dr. Schlüer stellte die Ergebnisse der ersten Erhebung zur Umsetzung der SRAN vor. Diese Studie stellt die erste Gesamterhebung zu in der Schweiz seit 2007 durchgeführten Pflegeforschungen dar. Dabei konnten 217 Studien erfasst und deren Themen in der SRAN verortet werden. Die Veröffentlichung der Resultate sei noch dieses Jahr geplant.

In drei parallel verlaufenden Workshops präsentierten die Akademischen Fachgesellschaften des VFP Studien aus ihren jeweiligen Fachgebieten. Der Fokus dieser Studien konzentrierte sich auf alle Altersgruppen und Fachrichtungen. So wurden Untersuchungen zu „End of Life Care“ bei Kindern, Edukationsprogramme für Patienten und deren Angehörige, Beratungsangebote für Herzinsuffizienz-Betroffene und Pflegeinterventionen hinsichtlich Mobilität oder Schmerzmanagement im Erwachsenenalter präsentiert. Neuste Erkenntnisse aus der Wissenschaft für die Praxis wie Selbstpflegeinterventionen, das Aufzeigen von medizinischen Komplikationen auf psychiatrischen Abteilungen bis hin zur Adaption der Patientinnen/Patienten ans Alters- und Pflegeheim sowie Beratungsangebote an hochaltrige, zu Hause lebende Personen durch Pflegeexperinnen APN wurden von den Expertinnen und Experten vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Im letzten Teil der Tagung wurden Prof. Dr. Diane L. Carrol, Prof. Dr. S. De Geest, Prof. Dr. S. Hahn, Dr. C. Gasser, Dr. M. Shaha, Prof. Ramelet  und Herr U. von Allmen in einer Podiumsdiskussion - geleitet von Dr. Maria Müller Staub und Nicole Zigan - eingeladen zum Stand der Schweizerischen Pflegeforschung sowie zur SRAN zu diskutieren.

Der Diskurs richtete sich vor allem auf die Klärung des Nutzens einer Forschungsagenda bis hin zu den Themenlücken der SRAN und deren Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Es zeigte sich, dass die SRAN wesentliche Elemente enthält und umgesetzt wird. Jedoch sollte diese durch aktuelle Schwerpunkte wie eHealth und den Einsatz von Pflegeklassifikationen ergänzt werden.

Weiter wurde die Frage bezüglich der Rolle der SRAN als Argumentarium für die Forschungsfinanzierung und den Implikationen für das Pflegemanagement, Bildung und Gesundheitspolitik, diskutiert.

Der Ausklang der von den Teilnehmenden als erfolgreich bezeichneten Fachtagung wurde mit einem Apèro gefeiert.

Mag. Günter Gantschnig, Vorstandsmitglied Schweizerischer Verein für Pflegewissenschaft (VFP)

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2. Mai 2014
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