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„Preis für Gesundheitsvisionäre“ wurde in der Universität Witten/Herdecke verliehen

8. Dezember 2015 durch
„Preis für Gesundheitsvisionäre“ wurde in der Universität Witten/Herdecke verliehen
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„Preis für Gesundheitsvisionäre“ wurde in der Universität Witten/Herdecke verliehen

Glasschair, Mobile Retter und Care Sharing gewannen die Auszeichnung unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Gröhe

In festlichem Rahmen wurde der „Preis für Gesundheitsvisionäre“ zum diesjährigen Thema „Mobile Health“ am 3. Dezember 2015 in der Universität Witten/Herdecke (UW/H) verliehen. Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko leitete mit einem Impuls zum Thema Mobile Health ein und zeigte Chancen wie Risiken der rasanten Entwicklung auf: „Mobile Health wird die Gesundheitsversorgung revolutionieren“, sagte sie, „Bürger und Patienten sind bereit. Aber wir brauchen neue Methoden zur Sicherung von Qualität und Wirksamkeit.“ An diesem Abend wurden drei Projekte für den Mut zur Planung und Umsetzung innovativer Konzepte mit dem „Preis für Gesundheitsvisionäre“ ausgezeichnet:
• Der Sonderpreis der Gesundheitsvisionäre wurde an die „CareSharing Selbsthilfe“ für die besondere gesellschaftliche Relevanz der Thematik und die Idee einer selbstorganisierten Unterstützung pflegender Angehöriger verliehen. Ideengeber und Vereinsvorsitzender Gerhard Habicht aus Stuttgart übermittelte seinen Dank und sieht den Sonderpreis auch als eine Auszeichnung für das großartige Engagement der vielen pflegenden Angehörigen in Deutschland.
• Mit dem zweiten Preis wurde das System „Mobile Retter“ für seine modellhaft erprobte Innovation der Notfall-Unterstützung ausgezeichnet. Die App alarmiert bei den Notruf-Stichworten „Bewusstlose Person“ und „Herz-Kreislauf-Stillstand“ registrierte Ersthelfer in unmittelbarer Nähe. Anschaulich erzählte der Neurochirurg und Notarzt Dr. Ralf Stroop von der überwältigenden Erfahrung, dass die mit Hilfe seiner App koordinierte Ersthilfe tatsächlich Leben retten konnte. Inzwischen haben sich mehr als 500 Ersthelfer im Kreis Gütersloh über die App registriert und bereits 320 Einsätze absolviert. Nach der erfolgreichen Erprobung erweitert das „Mobile Retter“-Team nun das Einflussgebiet: Im kommenden Jahr startet das System bereits im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Gründer Dr. Ralf Stroop freute sich abschließend: „Mit der Auszeichnung als Gesundheitsvisionär 2015 erhält das Mobile-Retter-System eine mediale Aufmerksamkeit, die es hoffentlich erlaubt, noch viele Menschenleben zu retten. Herzlichen Dank!“
• Den ersten Preis erhielt das Team von Glasschair für besonderes Engagement zur Förderung der Mobilität körperlich eingeschränkter Menschen. Der Prototyp des studentischen Teams der TU München erlaubt über SmartGlasses die Steuerung eines elektrischen Rollstuhls allein durch Kopfbewegung und Sprachsignale. Claudiu Leverenz, Dominik Schniertshauer und Shady Botros berichteten von Kooperationsgesprächen zur Weiterentwicklung ihrer Projektidee. „Wir waren ganz aus dem Häuschen, als uns die Nachricht vom 1. Platz erreichte“, erzählte Claudiu Leverenz (26). „Die Auszeichnung hat uns einen riesigen Schritt vorangebracht.“ Unter dem Applaus der Anwesenden wurde der Prototyp zur Überwindung eines spontan errichteten Hindernisparcours mit dem Rollstuhl im Audimax der Universität vorgeführt.
Die Gewinner erhielten neben dem Preisgeld jeweils eine Urkunde und ein Fernrohr für den Blick in die Zukunft. Der Schirmherr der Auszeichnung, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, hatte bereits im Vorfeld die Urkunden für die Preisverleihung unterschrieben und den drei Gewinnerteams dadurch herzlich gratuliert. Er hatte die Wittener Organisatoren und das Team von Glasschair bei seinem Besuch der MEDICA-Messe in Düsseldorf getroffen: „Eine sehr schöne Initiative – toll, dass Witten/Herdecke das macht“, lobte er. Malte Jacobsen aus dem studentischen Organisationsteam freute sich: „In den letzten Monaten haben wir sehr viel Interesse und Unterstützung erfahren – vom Bundesgesundheitsminister, von unserer ehrenamtlichen Jury, durch die Förderung aus dem Kuratorium der Universität und natürlich durch die vielen Bewerbungen, die uns gezeigt haben, wie dynamisch sich das Thema „Mobile Health“ entwickelt. Dafür danken wir allen sehr herzlich.“ Beim folgenden Get-Together hatten Presse und Gäste die Möglichkeit, Fragen an die Gewinnerteams zu stellen, den Rollstuhl selbst einmal per Smartglasses zu steuern und Diskussionen zum Thema „Mobile Health“ zu vertiefen.
Abschließend kommentierte Stephan Kohorst aus dem Vorstand des Kuratoriums der Universität zufrieden: „Ideen für die Zukunft der Gesundheitswirtschaft sprießen und gedeihen im Umfeld der Universität Witten/Herdecke. Das war ein sehr gelungener Abend – ich bin gespannt, welche Ideen wir im nächsten Jahr fördern können.“
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8. Dezember 2015
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