HOT hilft beim Überwinden von Hürden in Pflegepraxis und -ausbildung
Die staatlichen Prüfungen in der Gesundheits- und Krankenpflege gelten zwar als Abschluss einer anspruchsvollen Berufsausbildung, beenden jedoch notwendige Lernprozesse noch lange nicht. Auf die angehenden Pflegefachkräfte wartet ein von stetiger Entwicklung und neuen Erkenntnissen geprägter Beruf, der nicht selten überraschende Situationen mit sich bringt. Zur optimalen Vorbereitung auf die Prüfungen und die Herausforderungen des Pflegealltags entwickelten Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule der Schwesternschaft München vom BRK im Rahmen des Projekts ‚Handlungsorientierte Themenbearbeitung‘ (HOT) mehrere praktische Hilfsmittel zur Bewältigung verschiedenster Stresssituationen.
Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege am Rotkreuzplatz werden in ihrer Ausbildung schon frühzeitig durch intensive Projektarbeiten daran gewöhnt, sich Themenfelder und pflegerisches Fachwissen eigenständig, im Sinne eines lebenslangen Lernens, zu erarbeiten. Das gehört zum Konzept der Schule und befähigt die künftigen Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen , sich auch nach der Ausbildung selbstständig über Entwicklungen und neue Erkenntnisse in ihrem Beruf up to date zu halten. Damit Wissen nicht nur ständig aktualisiert, sondern auch zum richtigen Zeitpunkt in adäquate Handlungen umgesetzt werden kann, hat die Schule im vergangenen Jahr das sogenannte HOT-Projekt ins Portfolio aufgenommen, das sich der handlungsorientierten Themenbearbeitung widmet.
Die Teilnehmer des HOT-Projekts, das ins dritte Ausbildungsjahr integriert ist, entwickeln ganz konkrete Handlungsprodukte zu pflegerelevanten Themen, die sie nach eigenem Interesse auswählen. Das können Lernhilfen jeglicher Art, aber auch Brettspiele, Kartensammlungen oder auch Frage-Antwort-Kataloge sein. Am Ende werden diese Produkte in einer Präsentation den kritischen Augen des gesamten Pflegekurses sowie einiger Lehrkräfte vorgestellt und in einen Pool eingebracht, der ausdrücklich von allen Auszubildenden genutzt werden darf und soll. Obwohl das Projekt noch vergleichsweise jung ist, zählt der HOT-Pool inzwischen zwölf Handlungsprodukte. Darunter jetzt auch beispielsweise ein Puzzlespiel zur Pflegeplanung, bei dem verschiedene Karten in eine Pflegeplanung passend zu einem Fallbeispiel eingeordnet werden müssen.
„Das Ziel einer modernen Pflegeausbildung kann nicht mehr die reine Vermittlung von Faktenwissen sein. Theorie ist wichtig, aber ohne die Fähigkeit, sie in konkretes Handeln umzusetzen und für klare Entscheidungen zu nutzen, nicht viel wert. Zudem müssen unsere Auszubildenden auch nach ihren Prüfungen in der Lage sein, sich jederzeit neuen Qualitätsstandards und auch wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Pflegeforschung anzupassen. Wir sind sehr froh, dass wir an unserer Schule unter anderem mit dem HOT-Projekt den angehenden Pflegefachkräften einen idealen Ansatz bieten können, die entsprechenden Grundlagen dafür zu erwerben“, erklärt Schulleiterin Margit Schmid. Begeistert fügt sie hinzu: „Und alle zukünftigen Schülergenerationen profitieren noch dazu von dem Produktpool, der mit jeder Projektpräsentation anwächst.“
Bildunterschrift: Maxi Paulina Frick, Romy Heinicke, Veronica Janelsith und Andreas Krahl (von li. nach re.) präsentierten dem Kurs nicht nur ein Chart zu den Ursachen von Problemen in Prüfungssituationen, sondern auch Anleitungskarten mit entsprechenden Gegenstrategien und eine sogenannte „Notfallbox“, die individuell zusammengestellt wird und bei keiner Prüfung fehlen darf.
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