Assessments in der Pflege: Der schmale Grat zwischen Effektivität und Zeitvergeudung
Nidda, den 24.06.2014. Immer mehr Messinstrumente zur Bestimmung verschiedener pflegerischer Probleme werden entwickelt und veröffentlicht. Zunehmend verlieren qualifizierte Pflegekräfte den Überblick über das Angebot.
Mitarbeiter der Zeitschrift Pflegewissenschaft haben sich mit diesem Thema in Form einer Online-Umfrage befasst. Die Erhebung der Daten erfolgte im Mai/Juni des Jahres 2014. Die Markforschung hat unter anderem ergeben, dass der Schwerpunkt der verwendeten Assessments bei den folgenden liegt: BMI, Braden Skala, Numerische Rating Skala (NRS), Glasgow Koma Skala, Barthel-Index und Mini Mental Status Test (MMST). Desweiteren werden häufig verschiedene Sturzskalen und andere Schmerzskalen benutzt.
Interessante Ergebnisse brachte die Frage nach den thematischen Lücken der Assessments. Die meisten Teilnehmer/innen äußerten, dass es entweder zu allen relevanten Themen bereits Assessments gibt oder dass der Überblick eher verloren geht, wenn weitere veröffentlicht werden. Verbesserungsvorschläge zu bereits vorhandenen Messinstrumenten gingen ebenfalls zahlreiche ein. Ein Großteil der Teilnehmer/innen fühlt sich bezüglich der Anwendung nicht ausreichend angeleitet. Sie erachten eine Schulung und eine schriftliche Kurzanleitung als angemessen, ebenso einen Online-Katalog bzw. EDV-Programme. Einige wünschen sich Fallbeispiele, Pocketcards und Poster, Flyer oder Broschüren vor Ort. Desweiteren fallen sind Lücken Thema Suizidalität, Hospitalismus und Frailty auf.
Die Ergebnisse geben einen ersten Einblick in den Umgang mit Assessment-Instrumenten in der Pflege. Es gilt in Zukunft dem vorgeschlagen Ansatz der Verknüpfung zu folgen, vor allem um Doppeldokumentationen zu vermeiden. Ein gutes Beispiel dafür ist das ePA (ergebnisorientiertes PatientenAssessment). Dies ist eine EDV-basierte Methode zur Quantifizierung von Pflegeproblemen, Zielsetzung und Evaluation der Pflege.
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