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Health2040: Umfrage zur zukünftigen Gesundheitsversorgung in der Schweiz

10. Februar 2022 durch
Health2040: Umfrage zur zukünftigen Gesundheitsversorgung in der Schweiz
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Health2040: Umfrage zur zukünftigen Gesundheitsversorgung in der Schweiz

Die Universität Luzern und das Bundesamt für Gesundheit führen aktuell eine nationale Umfrage unter Fachpersonen des Gesundheitswesens durch. Das Ziel der Umfrage ist herauszufinden, welche Aspekte den Fachpersonen bei der zukünftigen ambulanten Grundversorgung wichtig sind. Die Umfrage läuft im Forschungsprojekt Health2040, das innovative Versorgungsmodelle für die Gesundheit 2040 entwickelt. Die Umfrage wird von vielen Partnern unterstützt.

Zur Umfrage

Über das Projekt

 Perspektiven, Präferenzen und Innovationsfähigkeit von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen im Hinblick auf die zukünftige ambulante Gesundheitsversorgung

Zusammenfassung
Um ein attraktives Arbeitsumfeld für Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen im ambulanten Bereich zu schaffen, ist das Wissen über ihre Präferenzen und ihre individuelle Innovationsfähigkeit essenziell. Das Forschungsprojekt «Health 2040» untersucht, wie sich diese Fachpersonen ihre Arbeit in der ambulanten medizinischen Grundversorgung 2040 wünschen. Es verfolgt zwei Hauptziele: Erstens zielt es darauf ab, die Präferenzen und Perspektiven der Fachpersonen in Bezug auf interprofessionelle Zusammenarbeit und Prävention als Schlüsselaspekte neu entstehender Versorgungsmodelle zu identifizieren. Zweitens ist beabsichtigt, Informationen zur individuellen Innovationsfähigkeit von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen zu sammeln. Die Innovationsfähigkeit gilt als Voraussetzung, um die anstehenden Herausforderungen an das Gesundheitswesen bewältigen zu können. Die Daten werden durch eine Online-Umfrage mit einem Conjoint-Experiment erhoben. Ziel ist es, Daten von etwa 2'500 Fachpersonen aus der Haus- und Kinderarztmedizin, Pharmazie, Pflege, Physiotherapie sowie Medizinische Praxisassistenz bzw. –koordination zu erheben. Die Datenanalyse wird eine multiple Regressionsanalyse beinhalten, um Unterschiede in den Präferenzen der Berufsgruppen und in Bezug auf demographische Faktoren zu untersuchen. Basierend auf den Ergebnissen werden Empfehlungen an Verantwortliche von Berufs- und Fachverbänden sowie Gesundheits- und Bildungspolitiker/-innen für die Entwicklung zukünftiger ambulanter Versorgungsmodelle und für die entsprechenden Curricula und Ausbildungspläne im Gesundheitswesen entwickelt.

Studienkontext
Das Forschungsprojekt «Health 2040» wird von einem Team aus Forschenden am Departement für Gesundheitswissenschaften und Medizin der Universität Luzern durchgeführt. Neben den Präferenzen der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen werden auch die Präferenzen der Bevölkerung im Hinblick auf die Ausgestaltung der medizinischen Grundversorgung 2040 untersucht. Das Forschungsprojekt ist Teil der Aktivitäten des Swiss Learning Health Systems (SLHS). Das SLHS ist ein Netzwerk von zehn Universitäts- und Hochschulinstituten aus der ganzen Schweiz. Innerhalb des SLHS ist das Projekt Teil des Themenclusters «Innovation in Service Delivery» mit Projekten an der Fachhochschule der Südschweiz SUPSI, der Universität Zürich, der Universität des Kantons Tessin, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der Universität Lausanne und der Universität Luzern.1
Die ambulante medizinische Grundversorgung in der Schweiz wird sich in den kommenden Jahren unter anderem aufgrund des zunehmenden Kostendrucks, der Zunahme chronischer Krankheiten, des Fachkräftemangels sowie der Digitalisierung und des Einsatzes neuer (Informations- und Kommunikations-) Technologien stark verändern. Diese Entwicklungen können zu Diskrepanzen zwischen den Berufspraktiken und den Berufsprofilen von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen führen, die in der ambulanten medizinischen Grundversorgung tätig sind. Dazu gehören insbesondere Ärzt/-innen, Apotheker/-innen, Pflegefachpersonen, Physiotherapeuten/-innen und medizinische Praxisassistenten/-innen bzw. -koordinatoren/ -innen. Der Bundesrat hat die Reaktionsfähigkeit des Gesundheitswesens hinsichtlich dieser Veränderungen als wichtiges politisches Ziel definiert.2 Es ist daher wichtig, wissenschaftlich fundierte Daten zu den Präferenzen der Bevölkerung und auch der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen hinsichtlich der Versorgungsmodelle von morgen zu generieren, um diese in die Gesundheitspolitik einfliessen zu lassen. Im Rahmen des Forschungsprojekts «Health 2040» sollen diese Daten erhoben und Folgerungen daraus für die ambulante Grundversorgung entwickelt werden.
Während die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung vor kurzem in der Reihe des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan publiziert wurden3, sind die Forschungsarbeiten hinsichtlich der Präferenzen der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen noch am Laufen.

Zielsetzung
Das Forschungsprojekt verfolgt zwei Hauptziele: Erstens zielt es darauf ab, die Präferenzen und Perspektiven der Fachpersonen in Bezug auf interprofessionelle Zusammenarbeit und Prävention als Schlüsselaspekte neu entstehender Versorgungsmodelle zu identifizieren. Zweitens ist beabsichtigt, Informationen zur individuellen Innovationsfähigkeit von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen zu sammeln. Dabei werden Unterschiede in den Präferenzen der Berufsgruppen sowie der individuellen Innovationsfähigkeit in Bezug auf demographische Faktoren untersucht.
Das Forschungsprojekt liefert essenzielles Steuerungswissen für die Weiterentwicklung der ambulanten Gesundheitsversorgung, denn Informationen hinsichtlich Präferenzen von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen im Hinblick auf zukünftige Versorgungsmodelle stehen aktuell nicht zur Verfügung. Die Ergebnisse werden sowohl in wissenschaftlichen Journals als auch in einem Obsan-Bericht publiziert.

Studiendesign
Das universitäre Forschungsprojekt nutzt qualitative und quantitative Forschungsmethoden, um die Forschungsziele zu erreichen.
In einem ersten Schritt wurde eine umfassende Literaturanalyse zu den Präferenzen von Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen hinsichtlich neuer Versorgungsmodelle durchgeführt. Zudem diente die Analyse dazu, wichtige Aspekte zukünftiger Versorgungsmodelle zu identifizieren. Diese Analyse schloss an die Arbeiten von Balthasar et al. und Djalali & Rosemann an.4 Im Anschluss wurden Gespräche mit Vertretern/-innen von ausgewählten Akteursgruppen der ambulanten medizinischen Grundversorgung sowie der Berufsbildung durchgeführt. Dazu zählen etwa Vertreter/-innen relevanter Berufsverbände (z.B. Vereinigung der jungen Apotheker/-innen (Swiss Young Pharmacists Group swissYPG), Junge Haus- und Kinderärzte/-innen Schweiz (JHaS), Schweizerischer Verband Medizinischer Praxisfachpersonen SVA), Vertreter/-innen eines Kompetenznetzwerks kooperierender Hochschulen im Gesundheitswesen (Competence Network Health Workforce CNHW), Vertreter/-innen von zentralen Branchenverbänden (z.B. OdASanté), von Patientenorganisationen (z.B. SPO) sowie kantonalen und nationalen Entscheidungsträgern (z.B. GDK, BAG). Diese Gespräche dienten dazu, die Erkenntnisse aus der Literaturanalyse hinsichtlich zentraler Aspekte künftiger Versorgungsmodelle zu validieren und sofern notwendig weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt für die Definition der zu untersuchenden Forschungsschwerpunkte sind die Leitideen für neue Versorgungsmodelle aus dem Bericht einer nationalen Arbeitsgruppe zur integrierten Gesundheitsversorgung in der Schweiz.5 Ein besonderer Fokus wurde auf die Themen Interprofessionalität, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Innovationsbereitschaft gelegt.
Die Erhebung der Perspektiven und Präferenzen der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen erfolgt mittels einer Online-Befragung. Ein Conjoint-Experiment wird in die Befragung integriert. Bei Conjoint-Experimenten handelt sich um einen methodischen Ansatz, bei welchem die Befragten in eine speziell konstruierte Situation versetzt werden und dabei verschiedene Optionen vergleichend bewerten müssen. Zusätzlich werden Einstellungen und individuelle Merkmale der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen, welche die Präferenzen beeinflussen können, in der Befragung erhoben. Im Gegensatz zu den meisten der verfügbaren internationalen und nationalen Studien, die sich oft auf einzelne Aspekte der Gesundheitssysteme und auf bestimmte Patientengruppen konzentrieren, liegt der Schwerpunkt dieses Projekts auf der Kombination verschiedener Merkmale der Gesundheitsversorgung, einschliesslich Aspekten wie Zuständigkeiten und Verantwortungsübernahme, Art der Zusammenarbeit und Organisationsform. Die fünf grössten Berufsgruppen in der ambulanten Grundversorgung werden befragt. Dazu gehören Fachpersonen aus der Haus- und Kinderarztmedizin, Pharmazie, Pflege, Physiotherapie sowie Medizinische Praxisassistenz bzw. -koordination. Insgesamt soll eine Stichprobe von rund 2'500 Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen befragt werden.

Projektteam
Die Projektsteuerung liegt in den Händen von Prof. Dr. Andreas Balthasar. Andreas Balthasar ist ein ausgewiesener Experte für die Schweizerische Gesundheitspolitik und -versorgung. Er ist Mitglied der Institutsleitung des Departements für Gesundheitswissenschaft und Medizin der Universität Luzern, welches unter anderem Masterstudiengänge in Medizin und Gesundheitswissenschaft anbietet. Das Institut leitet auch die Aktivitäten des SLHS. Andreas Balthasar ist Mitglied des Steuerungsorgans des SLHS.
Sophie Karoline Brandt ist im Rahmen ihres PhD an der Universität Luzern für die Erhebung und die Analyse der Perspektiven und Präferenzen der Medizinal- und Gesundheitsfachpersonen verantwortlich.

Begleitgruppe
Die Durchführung des Projekts wird von einer Begleitgruppe unterstützt. Sie besteht aus Vertretern/-innen des BAG, des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan, der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), einer Patientenorganisation, der FMH als Berufsverband der Schweizer Ärzte/-innen und dem Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK). Ausserdem wirken Vertreter/-innen von Spitex Schweiz, der Swiss Young Pharmacists Group, des Zentrums für Hausarztmedizin und Community Care der Universität Luzern, Curafutura, OdaSanté, und des Kompetenznetzwerks der kooperierenden Hochschulen im Gesundheitswesen CNHW mit. Der enge Einbezug der Begleitgruppe stellt sicher, dass die Relevanz und die Praxisnähe des Projekts gegeben sind.

Kontakt
Sophie Karoline Brandt, MSc PT BFH, MSc Global Health Policy, Doktorandin
sophie.brandt@unilu.ch
www.health2040.ch

Universität Luzern
Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin
Frohburgstrasse 3
Postfach 4466
6002 Luzern


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Weitere Infos
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10. Februar 2022
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